deep think! ist von Auguste Rodins Plastik „Der Denker“ inspiriert. Sie steht sinnbildlich für die Fähigkeit des selbstreflektierenden Menschen, über grundlegende Fragen des Daseins – einschließlich seiner eigenen Existenz – nachzudenken. Kein anderes Kunstwerk der Gegenwart verkörpert so anschaulich das humanistische Gleichnis des menschlichen Genius. Entstanden in einer Epoche, die nach der Renaissance die prägendste war für geistig-kreativen und technischen Aufbruch in Kunst, Architektur und Wissenschaft, spiegelt es diese kraftvolle Synthese von Denken und Schaffen wider.
Ein ganzes Jahrhundert später vollzieht die Menschheit erneut einen technologisch epochalen Sprung nach vorn – diesmal handelt es sich sogar buchstäblich um einen Quantensprung in größerem Maßstab, an dessen Ende die KI-Revolution steht. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit ist eine von Menschen erschaffene Technologie entstanden, die mit dem schöpferischen Geist ihrer Schöpfer konkurrieren könnte – und diesen vielleicht schon bald infrage stellen wird. Damit erhalten das hamletsche „Sein oder nicht sein …“ und das prechtsche „Wer bin ich? …“ eine ganz neue Bedeutung. Werden wir uns gegenüber unserer eigenen Schöpfung und den damit einhergehenden Herausforderungen behaupten – oder wird sie sich in naher Zukunft gegen ihren Schöpfer, also gegen uns, richten? Fragen über Fragen …
Derweil ist „Der Denker“ zutiefst erstaunt über die schieren Möglichkeiten, die ihm die neue Technologie eröffnet. Gebannt blickt er auf das mysteriöse Medium mit dem Bewusstsein, das ihm beinahe das eigene Denken abspenstig zu machen scheint – und zugleich denkt er intensiv darüber nach, wie er diese gewaltige Wissensquelle sinnvoll nutzen kann, um damit etwas Wertvolles und Nachhaltiges zu schaffen.